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Sirloin Steak richtig braten

Grillpfanne Zwei Steaks auf Grillpfanne eines roh und eines mit perfekten Grillstreifen
Sirloin in der Grillpfanne — roh rein, mit Kruste raus.

Sirloin ist kein Steak für Unentschlossene. Wer einen klaren Zuschnitt richtig beherrscht, braucht kein Theater drumherum.

Zuschnitt 3 bis 6 cm dick

Im Alttext wird der Sirloin-Zuschnitt genau in dieser Hoehe beschrieben und eher als grosses Stück zum Teilen gedacht.

Pfanne Sehr heiss mit neutralem Oel

Die historische Anleitung setzt auf eine scharf vorgeheizte Pfanne und optional eine kurz aromatisierende Knoblauchzehe.

Ofen 90 bis 100 Grad

Nach dem Anbraten zieht das Steak je nach Dicke noch im milden Ofen nach.

Finish Salz und Pfeffer erst danach

Fleur de Sel und grober Pfeffer kommen laut Alttext erst nach dem Grillen oder Braten auf das Fleisch.

Ich hab Sirloin schon als kleines Einzelsteak gesehen und als zwei Kilo Block für vier Personen. Beides ist möglich, aber der Zuschnitt denkt groß. Wer das einmal versteht, hört auf, Sirloin mit einer schnellen Pfannenminute zu behandeln.

Rohzuschnitt Zwei rohe Sirloin-Steaks auf Holzschneidebrett
Kompakt, gleichmaessig geschnitten — so sieht gutes Sirloin aus.
Der Zuschnitt

Rumpsteak, Lendensteak, Sirloin — alles dasselbe Tier

Sirloin kommt aus dem flachen Roastbeef, meist ohne Knochen, mit einem deutlichen Fettrand an der Seite. Den Deutschen kennen diesen Zuschnitt als Rumpsteak oder Lendensteak — der englische Begriff klingt nur edler, gemeint ist halt dasselbe Stück. (Der Name kommt wahrscheinlich aus dem Französischen: “surlonge”, also “über der Lende”. Klingt edler als es ist.)

Ich denk Sirloin gerne als Stück zum Teilen: ein bis zwei Kilogramm, drei bis sechs Zentimeter dick. Das ist kein Einzelportion-Steak, das mal eben zwischen Tür und Angel in der Pfanne verschwindet. Es will Zeit, Hitze und Ruhe. (Wer es dünn kauft und dünn brät, verpasst den Punkt.)

Einen ordentlichen Sirloin-Zuschnitt gibt’s nicht beim Discounter. Beim Fleischer bestellen, idealerweise ein bis zwei Wochen vorher — wer dry-aged will, braucht mindestens vierzehn Tage Reife. Das ist kein Luxus, das ist der Unterschied.

Anrichten Sirloin Steak mit Broccolini serviert — klassisches Norman-Anrichtung
Fertiger Teller — Fettrand angebraten, Beilagen nach Wahl.
Anbraten

Sehr heiß, neutrales Öl, keine Panik

Die Pfanne muss wirklich heiß sein — nicht warm, nicht mittelwarm. Neutrales Öl, kein Butter zum Anbraten, weil Butter bei dieser Hitze sofort verbrennt. Drei bis vier Minuten pro Seite, je nach Dicke. Und dann die Ränder: Sirloin hat oft einen Fettrand, den ich kurz auf die heiße Pfanne stelle. (Das ist kein Tipp, das ist Pflicht.)

Optional kommt eine angedrückte Knoblauchzehe dazu, kurz mitbraten, fertig. Wer jetzt anfängt, das Steak alle dreißig Sekunden umzudrehen oder mit der Gabel reinzustechen, macht Röstaromen kaputt. Einmal legen, Ruhe halten, warten.

Im Ofen nachziehen

Neunzig bis hundert Grad — kein Grad mehr

Nach dem Anbraten wandert das Sirloin in einen auf neunzig bis hundert Grad vorgeheizten Ofen. Je nach Dicke zieht es dort noch zehn bis dreißig Minuten nach. Ich weiß, das klingt weit, aber Sirloin ist halt kein einheitliches Stück — ein dicker Block braucht länger als ein dünner Zuschnitt.

Der niedrige Ofen ist kein Trick, sondern Logik: Wer nach dem scharfen Anbraten mit zu viel Hitze weitermacht, überhitzt den Kern, bevor die Mitte fertig ist. Sanftes Nachziehen gibt dem ganzen Steak Zeit, gleichmäßig zu werden. Den Garpunkt prüf ich alle zehn Minuten mit dem Daumendrucktest — wer unsicher ist, nimmt ein Fleischthermometer: 54 bis 57 Grad Kerntemperatur für medium rare.

Finish und Beilagen

Salz kommt zuletzt — immer

Fleur de Sel und grober Pfeffer kommen nach dem Braten auf das Fleisch. Nicht vorher, nicht währenddessen. Das ist einer der wenigen Punkte, über die ich nicht diskutieren möchte: Salz zieht Wasser, Wasser verhindert Kruste, Kruste ist alles.

Dazu passen Pommes, Kartoffelecken, ein einfacher Salat oder Kräuterbutter. Sirloin braucht keine zehn Schalen und keine Foodblog-Kulisse. Ein guter Zuschnitt, die richtige Hitze und ein sauberes Finish reichen.

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