Mit Beilagen kommt man auf 250 g. Ohne Beilagen gerne auch 350 g — Grillparty-Hunger ist kein Witz.
Grillparty — was soll ich mitbringen?
Jemand sagt "bring was für den Grill mit". Die meisten Leute kaufen dann abgepackte Nackensteaks vom Discounter. Ich nicht.
Verzeiht Fehler, braucht keine fancy Temperatur, macht auf jedem Grill eine gute Figur.
Die Dinger haben zu viel Salzlake und werden auf dem Grill gummiartig.
Drei Teile die jeder Grill-Gast eigentlich mitbringen sollte. Die meisten bringen Bier.
Die Einladung zur Grillparty kommt, der Gastgeber sagt 'bring was mit'. Die meisten Leute kaufen dann irgendein Fleisch in Plastikfolie und legen es ungefragt auf den Grill. Das ist respektlos gegenüber dem Gastgeber und gegenüber dem Grill. Hier meine Faustregel.
Was die meisten Leute unter "Fleisch mitbringen" verstehen
Der Gastgeber schreibt: “Samstag Grillen. Bring was mit.” Was die meisten Leute dann tun: Discounter, abgepacktes Nackensteak-Paket, fünf Stück für 6,99, mit Marinade drin, die nach Flüssigwürze schmeckt. Das landet dann auf dem Grill des Gastgebers — der sich wahrscheinlich gerade einen neuen Weber gekauft hat oder einen Otto Wilde.
Das ist respektlos. Nicht weil Discounter-Fleisch moralisch verwerflich wäre. Sondern weil der Gastgeber den Grill gecleant, die Kohle angeheizt und sich Gedanken gemacht hat. Und du bringst Plastik-Nackensteaks.
Rumpsteak schlägt Filet bei jeder Grillparty
Ich bring auf Grillpartys fast immer Rumpsteak. Nicht weil ich kein Filet mag, sondern weil Rumpsteak verzeiht. Wenn es zu lange auf dem Grill bleibt, wird es trotzdem gegessen. Wenn es auf dem Rand liegt, wo es kühler ist, passiert auch nichts Schlimmes. Filet verzeiht nichts — und auf einer Grillparty hast du nie die Kontrolle über die perfekte Temperatur.
Alternativ: Roastbeef am Stück. Das kannst du rückwärts garen (erst sanft, dann heiß), in Scheiben schneiden, und alle Gäste bekommen ein Stück. Das funktioniert auch wenn der Grill hibbelig wird.
300 g pro Person, 250 g wenn Beilagen da sind
300 Gramm rohes Fleisch pro Person. Das ist meine Faustregel. Nach dem Grillen bleiben davon etwa 220–230 Gramm auf dem Teller (Flüssigkeitsverlust), und das ist eine ordentliche Portion.
Wenn der Gastgeber Beilagen angekündigt hat — Kartoffelsalat, Grillgemüse, Brot — kommst du mit 250 Gramm pro Person hin. Wenn es reine Fleischparty ist (ja, die gibt es), dann 350 Gramm. Grillparty-Hunger ist kein Witz.
Für 6 Leute: 1,5–2 kg gutes Fleisch. Lieber ein großes Stück vom Metzger als sechs einzelne Steaks aus dem Supermarkt.
Die Dinge, die jeder Grill-Gast dabei haben sollte
- Grobes Meersalz (Maldon oder vergleichbar) — kein Jodsalz
- Frisch gemahlener Pfeffer — kein Pfeffer aus der Mühle, der seit 2 Jahren rumsteht
- Ein eigenes Fleischthermometer — nicht weil du dem Gastgeber nicht vertraust, sondern damit niemand auf eins warten muss
- Scharfe Tongs (nicht die billigen Alu-Teile) — ein gutes Steak-Tongs kostet 15 Euro
- Ein scharfes Schneidemesser — viele Gastgeber haben stumpfe Messer, und stumpfe Messer zerstören Fleisch
Optional: Eine Flasche ordentliches Bier oder Wein für den Gastgeber. Das ist einfach höflich.
Ein gutes Stück > fünf mittelmäßige
Die wichtigste Regel: Bring lieber ein gutes Stück für dich und ein paar Gäste als fünf mittelmäßige für alle.
Fünf Discounter-Steaks für 12 Euro sind schlechter als ein Rumpsteak vom Metzger für 18 Euro. Das Einzelsteak wird gegessen, geschätzt, gelobt. Die fünf Discounter-Steaks werden runtergewürgt, damit der Teller leer wird.
Frag den Gastgeber. “Ich bring ein gutes Rumpsteak mit, reicht das für 2 Leute?” — das ist eine Antwort-Email wert. Und der Gastgeber kann koordinieren, damit nicht jeder das Gleiche bringt.
Grillpartys sind soziale Ereignisse. Aber gutes Fleisch ist nicht verhandelbar.