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Astro vs WordPress — ein ehrlicher Erfahrungsbericht

Symbolbild Makro-Aufnahme einer perfekt gebratenen Steak-Kruste als Metapher für technische Präzision
Saubere Kruste entsteht durch die richtige Temperatur — genauso wie gute Performance durch die richtige Architektur.

15 Jahre WordPress, 170 Artikel, dann der Schnitt. Warum wir Volksmann.de auf Astro migriert haben — und was WordPress trotzdem besser macht.

Performance Mobile 88 (Astro)

WordPress-Baseline lag bei rund 50 — typisch für unoptimierte WP-Blogs mit Plugins und Tracking.

Performance Desktop 99 (Astro)

Fast perfekt. Statisches HTML ohne JavaScript-Runtime schlägt jeden WordPress-Cache-Stack.

SEO Score 91 (Astro)

Semantisches HTML, Sitemap, korrekte Meta-Tags — Astro zwingt dich zu SEO-Hygiene.

Build-Zeit ca 11 Sekunden

63 Seiten mit OG-Image-Generierung. Push nach main, Vercel baut live in unter einer Minute.

Dieser Artikel ist nicht von Norman. Ich bin Maximilian D. Muhr, ich hab die neue Volksmann-Seite gebaut und migriere seit Monaten Blogs von WordPress auf Astro. Die Lighthouse-Scores sind drastisch besser, die Sicherheit ist auf einem anderen Level, die DSGVO-Lage ist einfacher. Aber: WordPress ist nicht tot. Es macht manche Dinge weiterhin besser. Hier ist ein ehrlicher Vergleich.

Symbolbild Garstufen-Marker auf Steak-Anschnitten — Metapher für klare technische Entscheidungen
Im Restaurant entscheidet der Marker ehrlich über die Garstufe. Im Tech-Stack entscheidet der Lighthouse-Score.
Ausgangspunkt

15 Jahre WordPress sind kein Kleinigkeit.

Volksmann.de war seit 2009 auf WordPress. Rund 170 Artikel, über die Jahre gewachsene Struktur, mehrere Theme-Generationen, Dutzende Plugins die kamen und gingen. Das funktionierte. Aber es funktionierte langsam, es funktionierte DSGVO-fragwürdig (jedes Plugin kann potenziell tracken), und es funktionierte mit einer Performance die 2026 nicht mehr zeitgemäß ist.

Die Entscheidung für den Astro-Relaunch kam aus drei Gründen: Performance (Google straft langsame Seiten bei Mobile-Rankings ab), Sicherheit (WordPress ist Angriffsvektor Nummer eins im Web) und Redaktions-Fokus (Norman will schreiben, nicht WordPress-Updates fahren).

Symbolbild BBQ-Kruste mit sichtbarer Rauchring-Struktur als Symbolbild für Schichten-Architektur
Alles was sichtbar ist, ist das Ergebnis von Stunden Arbeit im Hintergrund — wie bei jedem Build.
Die Zahlen nach der Migration

Lighthouse lügt nicht.

Nach dem Relaunch auf Astro 6.1 sehen die Lighthouse-Scores so aus: Performance Mobile 88, Performance Desktop 99, SEO 91, Accessibility 96, Best Practices 95. Das ist nicht perfekt, aber es ist Welten von dem entfernt, was ein typischer WordPress-Blog ohne Dauer-Optimierung liefert.

Der Unterschied ist nicht ein bisschen JavaScript weniger — der Unterschied ist fundamental. Astro liefert statisches HTML ohne JavaScript-Runtime. Keine PHP-Ausführung bei jedem Request, keine Datenbank-Abfrage, kein Rendering im Browser. Der Browser bekommt fertiges HTML und rendert es. Das ist der schnellste denkbare Weg.

Was WordPress gut macht

Ich bin kein WordPress-Hasser.

Ich arbeite seit 15 Jahren mit WordPress. Ich mag WordPress. Es hat Dinge die Astro nicht bietet, und man sollte ehrlich darüber sein.

Gutenberg-Editor: Der Block-Editor ist für nicht-technische Redakteure ein Game-Changer. Wer nie Markdown gelernt hat und keine Lust auf Git hat, bekommt mit Gutenberg eine grafische Oberfläche die funktioniert. Astro-Content-Collections sind typsicher und entwickler-freundlich — aber eben nur das.

Ecosystem: 50.000 Plugins. Jedes Problem hat schon jemand gelöst. Anmeldeformular? Plugin. Shop? WooCommerce. Mitgliederbereich? MemberPress. Astro-Ecosystem wächst, ist aber noch nicht so breit.

Multi-Author-Redaktion: Rollen, Freigaben, Lektorat-Workflows, Autorenprofile — das hat WordPress seit zehn Jahren. Astro kann das theoretisch über eigene Implementierung, aber out-of-the-box gibt es das nicht.

Community: Wenn ich in WordPress ein Problem hab, finde ich innerhalb von Minuten drei Stack-Overflow-Antworten. Bei Astro sind die Antworten oft noch in GitHub Issues oder Discord.

Was Astro besser macht

Die Zahlen sind auf meiner Seite.

Performance out of the box: Ohne Optimierung schlägt Astro einen durchschnittlichen WordPress-Blog um Größenordnungen. Kein Caching-Plugin, kein CDN-Trick, keine “wir müssen erst den Server tunen” — es ist einfach schnell.

Sicherheit: Astro baut statisches HTML. Kein PHP läuft zur Laufzeit, keine Datenbank wird angefragt, keine SQL-Injection möglich. Die Angriffsfläche ist radikal kleiner. Wer schon mal ein WordPress nach einem gehackten Plugin wiederhergestellt hat, weiß was das bedeutet.

Content Collections: Markdown-Dateien mit Zod-Schema. Das heißt: Der Build bricht, wenn ein Artikel ein Pflichtfeld vergisst. Das heißt: Keine halb-kaputten Seiten live. Das heißt: Konsistenz über 170 Artikel hinweg.

DSGVO-Einfachheit: Keine Plugins die heimlich tracken. Keine Google Fonts per CDN. Keine 30 Third-Party-Requests beim Page-Load. Was im Code steht, ist im Traffic — nicht mehr und nicht weniger. Das macht Datenschutz-Erklärungen kürzer und ehrlicher.

Entwicklungs-Geschwindigkeit: Einmal die Struktur, einmal die Komponenten, dann nur noch Content. Kein Theme-Update das das Layout zerlegt, kein Plugin-Conflict der die Navigation zerschießt.

Wann welche Wahl richtig ist

Es gibt keine universelle Antwort.

Für einen reinen Content-Blog, eine Unternehmensseite, eine Portfolio-Website ohne Shop und ohne Community: Astro. Besser, schneller, sicherer, einfacher.

Für einen Shop, eine Community mit Forum, eine Multi-Autoren-Redaktion mit komplexem Lektorat-Workflow: WordPress. Das Ecosystem ist da, die Tools sind reif, die Lücken sind gefüllt.

Für jemanden der selber nichts coden will und nie was coden wird: WordPress. Der Einstieg ist niedriger, die Hilfe ist größer.

Für jemanden der Performance, Sicherheit und Zukunft in den Vordergrund stellt und keine Scheu vor Git und Markdown hat: Astro. Die Kurve ist steiler, das Ergebnis ist besser.

Die nüchterne Bilanz

Kein Lager-Denken.

Volksmann.de ist auf Astro besser aufgehoben. Das ist keine ideologische Aussage, das ist die ehrliche Bilanz nach dem Relaunch: schneller, sicherer, günstiger im Hosting, weniger Wartung. Norman schreibt, der Build läuft, die Seite ist live. Keine Plugin-Updates, keine Datenbank-Backups, keine Nacht-Notfälle weil WordPress 6.7 das Theme zerlegt hat.

WordPress bleibt für andere Projekte die richtige Wahl. Es ist ein Werkzeug, kein Feindbild. Aber für einen Content-Blog 2026 gibt es bessere Werkzeuge.

Über diesen Relaunch

poliSYS.

Dieser Relaunch wurde von poliSYS umgesetzt. Wir bauen performante Astro-Websites für Blogs, Unternehmen und Freelancer — mit Fokus auf Performance, DSGVO und Zukunftsfähigkeit. Interesse an einem ähnlichen Projekt? Schreib uns.