Aus der Schweiz, seit 1835 auch in Deutschland gezüchtet. Heute in Süddeutschland die dominante Rasse.
Simmentaler
Simmentaler ist ein ehrliches Arbeitstier. Zweinutzungsrasse heißt: die Kuh gibt Milch und am Ende Fleisch — wirtschaftlich perfekt, für dein Rumpsteak halt nur bedingt ideal.
Breites Flotzmaul, rot-weißes Fell, Stiere 1100-1300 kg, Kühe 600-800 kg.
Milch und Fleisch in einem Tier — wirtschaftlich effizient, aber keine spezialisierte Fleischrasse.
Wenig Marmorierung, kaum Fettrand — gut zum Schmoren, problematisch für Steaks.
Ich bin kein Fan davon, Rassen pauschal abzuqualifizieren, aber beim Simmentaler muss ich ehrlich sein: das ist keine Steak-Rasse. Das Fleisch hat seine Stärken, nur halt nicht in der Pfanne bei 2 Minuten pro Seite. Wer Bescheid weiß, nutzt Simmentaler dort, wo er wirklich glänzt.
Aus dem Berner Oberland
Aus dem Simmental im Berner Oberland. Rot-weiß geflecktes Fell, breites Flotzmaul (das ist die Schnauze), Stiere bis 1.300 kg. Seit 1835 auch in Deutschland gezüchtet, heute in Süddeutschland die dominante Rasse.
Unter dem Namen “Fleckvieh” ist die Rasse überall im Metzgerladen anzutreffen — und genau da fängt halt die Verwirrung an: nicht jeder weiß, dass Fleckvieh und Simmentaler dasselbe Tier sind. (Das ist wie mit Angus und Aberdeen Angus — derselbe Name, andere Marketing-Ebene.)
Mager und schrumpfend
Das Fleisch hat zwei Eigenschaften, die für Steaks problematisch sind: Mager — kaum Marmorierung, kaum Fettrand. Fett ist Geschmack, das wird dir fehlen. Schrumpfend — wenn du ein 200-Gramm-Simmentaler-Steak in die Pfanne legst, kommen etwa 140 Gramm raus. Wasser und Fett geben viel Flüssigkeit ab.
Ich hab’s ein paar Mal probiert (meistens, weil der Supermarkt eh nichts anderes hatte) — ehrlich: nicht schlimm, aber auch nicht was du dir als Wochenend-Highlight bestellst.
Schmorbraten, Gulasch, Bourguignon
Schmorbraten. Gulasch. Suppenfleisch. Bourguignon. Alles, was lange köchelt und wo du auf ein mageres Fleisch mit viel Bindegewebe angewiesen bist. Da spielt Simmentaler seine Stärken aus: die Rasse hat reichlich Kollagen, das beim langen Garen zu Gelatine wird und die Sauce bindet.
Für Gulasch nehme ich fast ausschließlich Fleckvieh — die Konsistenz nach drei Stunden Schmoren ist einfach besser als bei fetteren Rassen. (Und günstiger ist es auch.)
Sonntagsbraten ja, Steak-Abend nein
Zum Sonntagsbraten ja. Zum Steak-Abend nein. Wer Fleckvieh-Rumpsteak verkauft, verkauft dir entweder etwas, was nicht optimal ist, oder hat den Cut aus einem besonders älteren Tier gewählt (seltene Ausnahme).
Preise: 12 bis 22 Euro pro Kilogramm für Schmorcuts, selten über 30 Euro pro Kilogramm (Stand 2026). Damit ist Simmentaler einer der günstigsten Wege zu gutem Schmorfleisch — solange du ihn für das Richtige einsetzt.